Gemeinsame Erklärung:
Ein Netzwerk für das Lehren und Lernen in heterogenen Gruppen gründen!
Heterogenität – wie beispielsweise unterschiedliche
soziale und kulturelle Herkunft, Sprache und Geschlecht, unterschiedliche psychische,
intellektuelle und körperliche Entwicklung ebenso wie eine Vielfalt von
Lernvoraussetzungen, Fähigkeiten und Interessen – bestimmt
den Alltag in unterschiedlicher Ausprägung in allen Schulformen und Schulklassen.
Auf vielfältige Weise haben Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher
sich mit dem Lehren und Lernen in heterogenen Gruppen auseinander gesetzt. Ebenso
sind in Wissenschaft und Forschung, in der Lehreraus- und –fortbildung
eine Fülle von Beispielen für einen professionellen Umgang mit Heterogenität
entstanden.
Wir sehen in Heterogenität eine Chance, wissen aber, dass
in Deutschland viele Lehrerinnen und Lehrer Verschiedenheit als Belastung und
nicht als Herausforderung und Aufgabe erleben. Oft wird noch geglaubt, dass
das Lernen in leistungshomogeneren Gruppen grundsätzlich erfolgreicher
verläuft, obwohl die Ergebnisse der Schulforschung und die Erfahrungen
in den meisten anderen Ländern dem widersprechen.
Wir wollen ein Schulwesen, das geprägt ist von gegenseitigem Respekt und
Solidarität. Es lässt zugleich jedem/r Einzelnen genug Raum für
individuelle Entfaltung und löst den Anspruch auf angemessene Förderung
ein. Unser Ziel ist eine Entwicklung weg von einer selektiven Schulphilosophie
hin zu einer integrierenden, differenzierenden und individualisierenden Pädagogik.
Uns ist jedes Kind wichtig – keines wird beschämt, zurück
gelassen, aussortiert oder abgeschoben!
Um den professionellen Umgang mit Heterogenität in allen Schulen weiter
zu entwickeln, wollen wir mit dem Aufbau dieses Netzwerkes
dazu beitragen, dass
- die guten Beispiele gesammelt und zugänglich gemacht werden
- der Austausch und die Weiterentwicklung auf Tagungen und Workshops organisiert werden
- Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten bekannt gemacht und vernetzt werden
- praxisnahe Schulforschung angeregt und unterstützt wird
- der Wissenschaftstransfer von der Forschung in die Praxis geleistet wird.

